Seit 2025 betreibt der Naturschutzbund Wien das „Fledermaus-Ersatzquartierprojekt“ mit dem Anspruch, angewandten Artenschutz, wissenschaftliche Datenerhebung und Umweltbildung zu verbinden. Es ist ein Citizen-Science-Projekt und lebt von der aktiven Teilnahme und dem Einsatz seiner Volontäre.
In Wien kommen mehr als zwei Drittel der etwa 30 heimischen Fledermausarten vor. Als Insektenfresser spielen sie eine zentrale Rolle im Ökosystem (u.a. Vertilgung von Schadinsekten und Krankheitsüberträgern). Alle Arten sind streng geschützt, doch Quartierverluste durch Gebäudesanierungen, Baumfällungen, Dachbodenverschlüsse, etc. zählen zu den Hauptgefährdungen heimischer Fledermauspopulationen. Ersatzquartiere können den Tieren mittelfristig helfen.
Zwei Baupläne wurden entwickelt und insgesamt 50 Spaltenquartiere aus Holz gebaut. Diese sollen Fledermäusen an drei sehr unterschiedlichen Standorten in Wien als Unterkunft dienen: Haus des Meeres (innerstädtisch), Lainzer Tiergarten (ländlich) und Vetmeduni (kürzlich verstädterte Peripherie). Durch Monitoring wird die Besiedelung, inklusive etwaiger Standort- und Bautypunterschiede, dokumentiert, um zukünftige Ersatzquartiermaßnahmen optimieren zu können. Auch sollen Arten für Laien „sichtbar“ gemacht werden. Wissenschaftliche Methoden werden in Theorie und Praxis den teilnehmenden Citizen Scientists vermittelt.
Der überwiegende Großteil der Quartiere wurde bereits zwischen November 2025 und April 2026 an den drei Standorten montiert und Einzelne erhielten eine Einschulung in die lokale Monitoringarbeit. Ab Mai erfolgte die Bildung und Schulung der ortsübergreifend arbeitenden Citizen-Scientist-Gruppe (derzeit etwa 45 Personen). Seit Juni läuft das reguläre Monitoringprogramm, zweimal monatlich, synchron an allen Standorten. Seit Juli arbeiten die Volontäre teilweise selbstständig unter Anleitung. Vorträge zur Biologie und Gefährdung der Fledermäuse, exklusiv für unsere Volontäre, runden das Umweltbildungsprogramm ab. Öffentlichkeitsarbeit wird im Rahmen unterschiedlicher extern und selbst organisierter Veranstaltungen (z.B. Tage der Artenvielfalt, 29. & 30. International Bat Night) geleistet.
Nur zwei Monate nach der Quartiermontage konnte im Juni bereits der erste indirekte Nachweis (Kotfund) einer Quartierbesiedelung/-nutzung im Lainzer Tiergarten erbracht werden. Im direkten Anschluss, nur zweieinhalb Monate nach der Montage, wurde schon der erste direkte Nachweis (Sichtnachweis) einer Fledermaus in selbigem Quartier erbracht. Spannend!
BatXAustria Konferenzposter
BatXAustria Konferenzabstract
natur&land Beitrag [download PDF, 1 Seite]
Haus des Meeres Beitrag
Vetmeduni Wien Beitrag
Judith Ullmann, selbstständige Biologin
Wissenschaftliche Leitung: Projektidee, -umsetzung und -durchführung
Maria Hoi-Leitner, Obfrau Naturschutzbund Wien
Projektleitung: Finanzen & Rechtliches
unsere Volontäre/Citizen Scientists
Haus des Meeres – Aqua Terra Zoo
Lainzer Tiergarten: Stadt Wien – Forst- und Landwirtschaftsbetrieb (MA49)
Veterinärmedizinische Universität Wien (Vetmeduni)
2026:
Mercury
Naturschutzbund Wien
Naturschutzbund Österreich(Spendengelder)
2025:
Naturschutzbund Wien
Naturschutzbund Österreich (Spendengelder)
Dank unseren Sponsoren, Standortpartnern und Volontären/Citizen Scientists. Der Quartierbau wurde durch Sachspenden und die praktische Unterstützung der Volontäre mitermöglicht. Die Quartiermontagearbeiten und sämtliche Kosten wurden durch die Standortpartner übernommen.
Ideelle Unterstützung des Projektes durch Stadt Wien – Umweltschutz (MA 22).
Dank der Koordinationsstelle für Fledermausschutz und -forschung in Österreich (KFFÖ) für fachlichen Rat und Bewerbung der Projektveranstaltungen.
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